Das Licht, das uns umgibt, ist nicht immer gleich. Es gibt das normale Tageslicht, das Licht bei Sonnenauf- und Untergang, künstiliches Licht von Scheinwerfern und Lampen. Licht ist somit sehr unterschiedlich in der Farbe. Ist das Licht der Sonne morgens und abends eher gelblich oder rötlich, ist es um die Mittagszeit bläulich verfärbt. Dabei macht es noch einen Unterschied, ob der Himml blau ist oder von Wolken bedeckt. Licht von Glühlampen ist meist gelblich, das von Leuchtstoffrören leicht grünlich.

Unse Augen sind zusammen mit dem Gehirn in der Lage all diese verschiedenen Lichtfafben zu kompensieren. Wenn wir ein weißes Blatt Papier bei Kerzenlicht betrachten, sehen wir es immer noch weiß. Nicht so die Kamera. Die Kamera überträgt die Lichtfarbe auf das weiße Papier, so dass es auf dem Foto gelb aussieht. Das Gleiche passiert mit allen anderen Objekten auch. Dabei kommt es dann zu überlagerungen von Farben. So sieht ein rotes Objekt bei gelblicher Beleuchtung wesentlich dunkler aus als bei weißem Licht. Grüne Dingen sehen bei gelbem Licht gelber und matter in der Farbe aus.

All das kann die Kamera nicht automatisch korrigieren, so dass der automatische Weißabgleich nicht immer die besten Ergebnisse liefert. Es gibt nun verschiedene Möglichkeiten einen Weißabgleich vorzunehmen. Der Begriff Weißabgleich bedeutet, dass eine Farbkorrektur entsprechend der Farbe des verwendeten Lichtes vorgenommen werden muss, um weiße Objekte auch auf dem Foto weiß erscheinen zu lassen.

Einige Kameras bieten die Möglichkeit, die Art der Lichtquelle direkt in einem Menü einzugeben oder auszuwählen. So gibt es dann Einstellungen für Tageslicht, Glühlampenlicht, Licht von Leuchtstoffröhren oder Blitzlicht. Die Einstellungen werden mit einem entsprechenden Symbol gekennzeichnet. Auf diese Art kommt man einer korrekten Farbdarstellung oft schon sehr nahe. Da die Bezeichnungen aber keine Unterschiedlichen Arten von Glühlampen oder Leuchtstoffröhren zulassen, ist es immer nur eine Annäherung.

Genauer ist da schon die Einstellung per Farbtemperatur. Dabei geht man gedanklich von einem Körper aus, der erwärmt wird. Wenn z. B. ein Metallwürfel erwärmt wird, beginnt er irgendwann zu glühen. Bei relativ niedirgen Temperatur glüht er gelblich rot wie eine Kerze. Erhitzt man ihn weiter, wechselt die Farbe auf gelb, hell gelb, weiß und schließlich bläulich. Den Farben kann man so eine Temperatur zuordnen. Die Fabtemperatur wird nicht in Grad Celsius angegeben sondern in der Einheit der Absolluten Temperatur in Grad Kelvin. Diese Temperaturskala ist gegenüber der Celsiusskala um rund 273 Grad verschoben. Null Grad Celsius sind somit 273 Grad Kelvin.

Nun kann man eine Tabelle aufstellen in der die Lichtquellen mit ihren jeweiligen Farbtemperaturen verzeichnet sind. So hat Kerzenlicht eine Farbtemperatur von 2500 – 2800 Kelvin. Eine 60W Lampe von 2900 – 3000 Kelvin, Tageslicht hat etwa 5200 bis 5500 Kelvin und so weiter.

Jetzt braucht man an der Kamera nur noch die der Lichtquelle entsprechende Farbtemperatur eingeben und schon ist der Weißabgleich erreicht. Das setzt natürlich voraus, dass die Schätzung der Farbtemperatur den wahren Verhältnissen entspricht. Da man bei einer Digitalkamera die Bilder sofort am Monitor betrachen kann, ist es auch möglich die Farbtemperatur so lange neu einzustellen, bis die Farben realistisch dargestellt werden.

Eine dritte Möglichkeit ist der manuelle Weißabgleich. Dabei fotografiert man beispielsweise ein weißes Blatt Papier unter den vor Ort herrschenden Lichtverhältnissen. Dabei muß ein Großteil der Bildfläche von dem Papier eingenommen werden. Anschließend wählt man im Menü den Punkt „manueller Weißabgleich“. Daraufhin muss man nur noch das soeben gemachte Foto auswählen und die Kamera bestimmt die Farbtemperatur automatisch.

Auch mit geeigneter Software auf dem Computer kann ein nachträglicher Weißabgleich durchgeführt werden. Das ist aber ein völlig anderes Thema.