In einer Zeit, in der fast jeder eine digitale Kamera besitzt und sich als Hobbyfotograf sich bezeichnet, ist es nicht immer leicht, sich mit den eigenen Fotos von der Masse abzuheben. Um Fotos zu machen, mit denen man Aufmerksamkeit erregen kann, ist es wichtig, nicht mehr zu knipsen, sondern wirklich zu fotografieren. Dafür müssen Sie sich mit Ihrer Kamera und deren Funktionen sowie einigen wesentlichen Bildgestaltungs-Richtlinien vertraut machen. Im Folgenden erhalten Sie daher einige Tipps, die Ihnen den Einstieg in die digitale Fotografie erleichtern werden.

Die Wahl der richtigen Kamera

Im Prinzip ist es gar nicht so wichtig, welche Kamera sie besitzen. Um eindrucksvolle Fotos zu machen, brauchen Sie nicht unbedingt die aktuellste Spiegelreflexkamera, die es auf dem Markt gibt. Einiges sollten Sie dennoch beachten, bevor Sie eine Kamera kaufen. Es gibt zahlreiche Kompakt-, Bridge- und Spiegelreflexkameras von unterschiedlichen Herstellern. Informieren Sie sich daher gründlich, welches Modell für Ihre Anforderungen geeignet ist. Achten Sie aber auf jeden Fall darauf, dass Sie kein vollautomatisches Modell kaufen. Um beim Fotografieren den notwendigen gestalterischen Spielraum zu haben, ist es wichtig, dass Sie bestimmte Parameter, wie Belichtungszeit und Blende, selbst einstellen können. Ihre Kamera sollte daher nach Möglichkeit die sogenannten Kreativmodi unterstützen.

Motivmodi vs. Kreativmodi

Mittlerweile gibt es auch im Bereich der Kompaktkameras viele Modelle, die neben den vollautomatischen Motivmodi (Porträtmodus, Sportmodus, Nachtmodus, Tiermodus, usw.) auch noch halbautomatische Kreativmodi wie z.B. Blendenautomatik, Zeitautomatik oder gar einen komplett manuellen Modus bieten. Bei der Blendenautomatik haben Sie die Möglichkeit, die Belichtungszeit selbst einzustellen. Die Blendenöffnung wird dann automatisch von der Kamera bestimmt, damit ein gut belichtetes Bild entsteht. Umgekehrt ist das bei der Zeitautomatik: Hier stellen Sie die Öffnung der Blende ein, die Belichtungszeit wird von der Kamera dazu passend gewählt. Bestenfalls hat Ihre Kamera einen manuellen Modus. Sie haben dann die Möglichkeit, die Einstellungen völlig frei zu konfigurieren. Dann liegt es in Ihrer Hand, ob ein Bild gut belichtet ist. Gleichzeitig haben Sie so aber auch die Chance, wirklich einzigartige Bilder fernab der Kameraautomatik aufzunehmen. Um das Beste aus den Kreativmodi herauszuholen, sollten Ihnen die Begriffe Belichtungszeit und Blendengröße geläufig sein und Sie sollten wissen, wie sie einander beeinflussen.

Belichtungszeit

Ein wichtiges Mittel zur Bildgestaltung ist die Belichtungszeit. Wie der Name schon sagt, ist das die Zeit, in der die Kamera das Foto belichtet. Je länger die Belichtungszeit, desto heller wird demzufolge das Bild, da dann die Blende entsprechend lange geöffnet ist und somit Licht auf den Sensor einfällt. Es hängt immer vom Motiv und der gewünschten Bildwirkung ab, wie lang die Belichtungszeit eingestellt wird. Für bewegte Motive, wie z.B. im Rennsport, sollte im Regelfall eher eine kurze Verschlusszeit gewählt werden, um die Bewegung einzufrieren. Möchten Sie jedoch die fließende Bewegung von Wasser betonen oder die Lichter einer Stadt bei Nacht festhalten, dann sollten Sie eine lange Belichtungszeit einstellen. Verwenden Sie in solchen Fällen immer ein Stativ, da sonst Unschärfe durch Verwackeln entsteht.

Blende

Sie haben schon einmal von Angaben wie f/1.8 oder f/8 gelesen? Damit ist die Größe der Blendenöffnung gemeint. Bei einem kleinen Wert ist die Blende weit geöffnet, so dass viel Licht auf die Linse trifft und das Bild insgesamt heller wird. Gleichzeitig hat ein Bild, das mit einer weit geöffneten Blende gemacht wird, eine geringe Tiefenschärfe. Dadurch ist es möglich, ein Motiv von seinem Hintergrund abzuheben, so dass der Hintergrund unscharf ist. Je kleiner der Blendenwert (also je größer die Blendenöffnung), desto stärker nimmt die Tiefenschärfe ab. Wählen Sie kleine Werte für die Blende, wenn Sie bestimmte Details in Bildern hervorheben wollen, wie zum Beispiel eine einzelne Blüte auf einer Wiese. Bei großen Blendenwerten, wie beispielsweise f/8, ist die Blendenöffnung entsprechend kleiner. Dadurch trifft weniger Licht auf die Linse, so dass das Bild dunkler wird. Gleichzeitig wird eine höhere Tiefenschärfe erzielt. Sie sollten große Blendenwerte verwenden, wenn Sie Aufnahmen von Gebäuden oder Landschaften machen möchten.

Zusammenspiel von Belichtungszeit und Blende

Wenn Sie den manuellen Modus Ihrer Kamera verwenden, dann ist es wichtig, dass Sie sowohl den Belichtungs- als auch den Blendenwert berücksichtigen, um ein richtig belichtetes Bild zu erzielen. Wenn Sie zum Beispiel eine kurze Belichtungszeit wählen, weil Sie eine Bewegung einfrieren möchten, dann sollten Sie die Blende entsprechend weiter öffnen, da das Bild sonst unterbelichtet sein wird. Wenn Sie hingegen beschlossen haben, einen hohen Blendenwert einzustellen, um eine große Tiefenschärfe zu erzielen, müssen Sie besonders bei schlechten Lichtverhältnissen für eine längere Zeit belichten. Achten Sie darauf, ein Stativ zu verwenden, wenn sie längere Belichtungszeiten verwenden, da das Bild sonst verwackelt.

Lichtempfindlichkeit (ISO)

Eine weitere Möglichkeit, die Helligkeit eines Bildes zu bestimmen, ist der ISO-Wert. Dadurch wird die Lichtempfindlichkeit des Sensors bestimmt. Je höher der Wert, desto heller wird das Bild. Diese Zunahme der Helligkeit geht jedoch auf Kosten der Bildqualität: Hohe ISO-Werte sorgen für ein stärkeres Bildrauschen. Deswegen sollten Sie versuchen, mit möglichst geringen ISO Werten zu fotografieren. Wenn sich hohe ISO-Werte nicht vermeiden lassen, beispielsweise an Orten mit schlechten Lichtverhältnissen, an denen kein Blitz erlaubt ist, kann das Bildrauschen bei einigen Kameras durch Rauschunterdrückungsverfahren reduziert werden. Es ist auch möglich, das Rauschen nachträglich durch Bildbearbeitungsprogramme zu vermindern.

Zusammenfassung

Sie kennen nun die wichtigsten technischen Parameter für ein gelungenes Bild. Natürlich spielen noch weitere Faktoren eine Rolle, auf die in diesem Artikel nicht eingegangen wurde. Dennoch können Sie nun schon mit Ihrer Kamera einen Spaziergang machen und ausprobieren, wie die verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten einander beeinflussen und wie sie Ihnen dabei helfen, wirklich eindrucksvolle und individuelle Fotos aufzunehmen.

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