fotograf

Max Priester und Willy Wilke waren wohl die ersten Paparazzi. Als es offensichtlich mit dem ehemaligen Reichskanzler Bismarck zuende geht, beschließen sie ein Foto vom toten Bismarck zu machen. Dazu bestechen sie den Förster Bismarcks um ihn dazu zu bringen, sie bei ihrem Plan zu unterstützen. Als es am 30.07.1898 so weit war, informierte der Förster die Beiden und ließ Pforte und ein Fenster im Erdgeschoss unverschlossen.

Gegen vier Uhr früh drangen sie dann in das Haus ein und begaben sich in das Schlafzimmer in dem der Leichnam noch lag, wie er gestorben war. Sie machten mehrere Aufnahmen mit einem Blitzgerät, wie man es in jenen Tagen nutzte, also mit Aluminiumpulver und Zündschnur. Eiligst verließen sie das Anwesen. Die ganze Aktion soll keine zehn Minuten gedauert haben.

Am nächsten Tag gaben sie eine Anzeige auf, in der sie die Fotos anboten. Diese Anzeige wurde auch von der Familie Bismarck gelesen. Sie verständigten ihren Anwalt, der sofort eine einstweilige Verfügung erwirkte, so dass die Polizei die Negative und fast alle Abzüge beschlagnahmte. Eine Veröffentlichung war somit trotz guter Angebote, ein Verlag bot 20.000 Reichsmark plus Umsatzbeteiligung, nicht mehr möglich. Im Gegenteil, es kam zum Prozess wegen Hausfriedensbruchs. Zusätzlich wurde in dem Prozess erstmals das Recht am eigenen Bild postuliert.

Zuvor gab es zu dem Thema keinerlei Regelungen. Das Bild wurde schließlich erst 1952 veröffentlicht, als Reproduktion von einem Abzug, der bei der Beschlagnahme nicht gefunden wurde. Die Negative und die anderen Abzüge sollen bis heute im Safe der Familie Bismarck liegen.