Der Goldene Schnitt wurde von Mathematikern des frühen Mittelalters erdacht. Es ging ihnen dabei darum, eine Strecke harmonisch zu teilen. Als Ergebnis kamen Sie auf die Formel, dass sich das kürzere Ende der Strecke zum längeren so verhalten solle, wie das längere Ende zur Gesamtstrecke. In Zahlen ausgedrückt beträgt das Verhältnis 1:1,618.

Zunächst war der Goldene Schnitt also eine rein mathematische Angelegenheit. Im späten Mittelalter entdeckten jedoch die Maler dieses magische Verhältnis für sich und setzten es für ihre Gemälde ein.

Als Mitte des 19ten Jahrhunderts die Fotografie aufkam, übernahmen die Fotografen dieses Seitenverhältnis auch für die Gestaltung ihrer Fotos.

Der Goldene Schnitt hat seine Bedeutung für die Gestaltung bis heute behalten. Viele Menschen empfinden eine Aufteilung nach dem Goldene Schnitt als harmonisch. In der heutigen Fotografie, die durch die Digitalisierung einen enormen Aufschwung nahm, spielt der Goldene Schnitt immer noch eine bedeutende Rolle. Leider wissen viele Hobbyfotografen nichts von dieser Gestaltungshilfe. Sie platzieren das Hauptobjekt oft in der Mitte des Bildes und produzieren Massen von langweiligen Fotos. Viele Hobbyfotografen bemerken wohl, dass mit ihren Fotos im Verhältnis zu den Fotos in Büchern und Zeitschriften irgendetwas nicht stimmt, kennen aber nicht den Grund.

Der Goldene Schnitt, mit seinem etwas „krummen“ Seitenverhältnis ist für die tägliche Fotografie etwas schwer zu handhaben. Deshalb haben die Fotografen aus dem Goldenen Schnitt die Drittelregel abgeleitet. Dabei teilt man das Bild gedanklich in der Senkrechten und der Waagerechten in drei gleichgroße Teile. Man erhält so neun gleich große Rechtecke, die durch zwei waagerechte und zwei senkrechte Linien getrennt sind. Die Drittelregel besagt nun, dass das Hauptobjekt des Fotos sich auf einem der vier Schnittpunkte der Linien befinden soll. Also sowohl rechts oder links von der Mitte als auch oberhalb oder unterhalb davon. Dieses Vorgehen stellt sicher, dass sich die Objekte nicht in der Mitte befinden.

Durch die Platzierung der Hauptobjekte nach der Drittelregel ergeben sich spannende, dynamische Fotos. Solche Fotos erregen mehr Aufmerksamkeit. Sie lassen sich in der Werbung sehr viel besser als Eyecatcher einsetzen, weil sie für die meisten Menschen einen interessanten und harmonischen Aufbau haben.

Bilder, die nach dem Goldenen Schnitt oder der Drittelregel aufgebaut sind, gefallen den meisten Menschen. Der Aufbau sorgt auch für die Aufmerksamkeit des Betrachters. Und das ist es doch eigentlich, was wir wollen! Aufmerksamkeit für unsere Fotos.

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